Die Kunst der Boden- und Longenarbeit

Nur weil man dabei nicht draufsitzt, ist Bodenarbeit/Longenarbeit nicht einfach.

Kenntnisse der Anatomie, Biomechanik, Pädagogik, Psychologie und Reitlehre sind genauso notwendig wie zum Reiten. Zwar fallen das Ausbalancieren des Sitzes und die Gewichtshilfen weg, hinzu kommen jedoch die Wahl der Führposition und die Beobachtung des Pferdes und Hilfengebung während man selbst im gleichmäßigen Takt und Tempo geht. Schenkelhilfen werden durch Gertensignale ersetzt, Zügelhilfen erfolgen über einen Zügel mittig eingeschnallt am Kappzaum. Wie das Pferd auf unsere Hilfen reagiert, müssen wir nicht mehr ausschließlich fühlen sondern können es auch sehen. Allerdings nur, wenn unser Blick geschult genug ist, dies auch zu erkennen.

Die Frage eines auf diesem Gebiet Unerfahrenen, welche Übungen er am besten vom Boden aus mit seinem Pferd machen kann, ist, als würde man fragen: Können Sie mir in einigen Sätzen erklären, wie man ein Pferd ausbildet. Denn es handelt sich nicht um zusammenhanglose Einzelübungen, sondern um sinnvoll aufeinander aufbauende Ausbildungsschritte, deren „Sprache“ sich nicht von der des Reitens unterscheidet.

Boden- und Longenarbeit sind sehr wertvolle Werkzeuge zur Ausbildung, Korrektur, Rehabilitation und Gymnastizierung des Pferdes. Diese zu erlernen bedarf genauso viel Wissen, Übung, Unterricht und Blickschulung wie das des Reitens. Das Aneignen des Wissens und der Fertigkeiten kann kein Hilfszügel der Welt ersetzen.

Die Fotos zeigen einige Impressionen der Longenarbeit.

(Fotografiert von Christine Konrad)

Ein schöner Galopp in Selbsthaltung, Stellung und Biegung

Ein schöner Galopp in Selbsthaltung, Stellung und Biegung

Kruppeherein im Trab als Vorbeteitung zum Angaloppieren

Schönes Untertreten im Trab in Stellung und Biegung. Diese sind durch den durch die Gerte ersetzten inneren Schenkel erzeugt.

Konzentriertes Kruppeherein im Schritt

Geschlossenes Halten auf der Bewegungslinie.

Stellung ung Biegung im Schritt um den durch die Gerte ersetzten inneren Schenkel. Uuups… Kappzaum und Longe fehlen…

Konzentriertes Kruppeherein im Schritt

Trab im Stellung und Biegung. Hier unterstützt gerade eine seitwärtsweisende Parade am Kappzaum den inneren Schenkel.

 

Trab in Stellung ung Biegung um den inneren Schenkel bei voller Konzentration und Selbsthaltung des Pferdes. So ist Longieren eine echte Partnerarbeit