Blutegeltherapie

Blutegeltherapie ist eine der ältesten Heilmethoden überhaupt. Dabei werden Blutegel angesetzt, die beim Patienten Blut saugen und dabei gerinnungs-, entzündungs- und schmerzhemmende sowie stoffwechselaktivierende Substanzen abgeben. Diese wirken in den folgenden Tagen in einem Umkreis von ca. 10 cm rund um die Bißstelle.


Indikationen für eine Blutegelbehandlung sind:

  • Arthritis (Gelenksentzündung)
  • Arthrose (z.B. Schale, Spat)
  • Hufrehe
  • Hufrollenproblematik
  • Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates
  • Wundheilungsstörungen / Abszesse
  • Hämatome (alte Blutergüsse)
  • Venenerkrankungen (Thrombose, Thrombophlebitis)

und viele andere...


Warum Egel?

Viele der Wirkstoffe des Blutegelspeichels wurden im Labor identifiziert und es wurde versucht, diese herzustellen und als Medikament einzusetzen. Leider wurde damit jedoch nicht die Wirkung erreicht, die bei der Blutegelbehandlung selbst. Daher lohnt sich der Aufwand, Egel am Patienten anzusetzen.


Egel ...

… können bis zu 30 Jahre alt werden

… nach dem Biss bis zu 2 Jahre lang von einer Mahlzeit leben

… haben ca. 4 Monate nach einer Mahlzeit wieder Appetit

… leben nur in saubersten Gewässern

… sind in der Größe, wie sie für die Pferdebehandlung verwendet werden, ca. 3-4 Jahre alt

… sind sehr sensibel und beißen nicht bei Stress (des Patienten oder der Anwesenden), vorheriger
Salben-, Creme- oder z.B. Fliegensprayanwendung

 

Der Egel als Parasit sorgt dafür, dass sein Wirt (hier das Pferd) gesund bleibt. Durch gerinnungshemmende Substanzen wird die Bißstelle saubergespült, so dass sie sich nicht infiziert und entzündet. Schließlich will der Egel, dass sein Wirtstier gesund wiederkommt.

In der Natur wurde beobachtet, dass gelenkkranke Tiere gezielt Gewässer aufsuchen, in denen sich Blutegel aufhalten. Beide profitieren davon.


Wie oft wird behandelt?

Je nachdem, wie schwerwiegend oder langandauernd die bestehenden Probleme sind, wird die Anzahl der Behandlungen und der angesetzten Egel gewählt.


Mehr über Blutegel erfahren Sie unter www.blutegel.de

Wie ich dazu kam...

Von Blutegeltherapie und deren Erfolgen hörte ich schon seit Jahren, hatte aber nicht den Rahmen, sie selbst anzuwenden, da ich mich in meiner Praxis ausschließlich auf Chiropraktik konzentriert hatte.

Eines Tages wurde ich von einem (Pferde-)Patienten in die Achillessehne getreten. Es war nichts ernsthaft verletzt und ich konnte zwar laufen, jedoch war der Bereich so druckschmerzhaft, dass ich keinen Schuh tragen konnte. Ebenfalls war der ganze Fuß dick und bereits bindegewebig durchsetzt. Dies änderte sich trotz aller Bemühungen auch nach 6 Wochen nicht.

Schließlich überwand ich mich und setzte an einem Abend zwei Blutegel an. Am nächsten Morgen hatte ich keine Schmerzen mehr. Nach zwei Wochen war mein Fuß wieder schlank.

Anfang 2011 wurden mir immer wieder Pferde zur chiropraktischen Behandlung vorgestellt, die über viele Wochen immer wieder Reheschübe hatten. Da die Schulmedizin in den Fällen nicht geholfen hatte, hatten die Besitzer den Verdacht, ihr Pferd habe Rückenschmerzen und könne deshalb nicht entspannt laufen.

Trotz meiner Erklärung, das sei ein Fall für den schulmedizinisch arbeitenden Haustierarzt, bekam ich die Antwort, es sei schon alles versucht worden.

Schließlich beschloss ich, dass es so nicht weitergehen konnte, und begann, Blutegel anzusetzen.

Nachdem die mir vorgestellten Pferde ca. 6 Wochen lang immer wiederkehrende Reheschübe hatten, trat spätestens nach der 2. Blutegelbehandlung im Abstand von 2-4 Tagen eine deutliche Besserung ein, nach der 3. hatten alle Patienten wieder Freude am Laufen und sprangen bockenderweise durchs Paddock. Weitere Reheschübe folgten nicht.

Nach den so überzeugenden Behandlungserfolgen habe ich die Blutegeltherapie als festen Bestandteil meiner Praxis aufgenommen.