Akademische Reitkunst

Die Akademische Reitkunst basiert auf dem Wissen der alten Meister

  • Xenophon (430 – 354 v. Chr. )
  • Antoine de Pluvinel (1552 – 1620)
  • Herzog von Newcastle (1592 – 1676)
  • François Robichon de La Guérinière (1688-1751)
  • Gustav Steinbrecht (1808 – 1885)

Die Natur des Pferdes zu verstehen waren die wichtigsten Grundlagen dieser alten Meister. Die Bedürfnisse der Pferde standen im Vordergrund zum Ziel des physischen und mentalen Wohle des Pferdes.
Bent Branderup hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, dieses Wissen aufzuarbeiten, zu erklären und zu vermitteln. Sein Motto

 

„Zwei Seelen müssen wollen was zwei Körper können“
veranschaulicht, dass es nicht nur um die physische sondern ebenso um die mentale Ausbildung des Pferdes geht. Die durchdachte systematische Gymnastizierung des Pferdes soll es aufbauen und gesund erhalten. Die Basis besteht darin, sich das Wissen und die Anwendung der verschiedenen Hilfen anzueignen um eine Kommunikation zwischen Mensch und Pferd aufzubauen. Das Ziel ist physisch und psychisch dem Pferd so nahe zu sein dass der Zuschauer den Eindruck eines tanzenden Paares erhält. Der Reiter trägt die Verantwortung dafür, dass das Pferd genug Vertrauen in ihn hat, seine Führung anzuerkennen.
„Muss ich jetzt für immer auf Lektionen verzichten?“

Ganz das Gegenteil ist der Fall. Die akademische Reitkunst bedient sich sehr früh der Seitengänge und der Piaffe. Allerdings nicht als Selbstzweck sondern als Werkzeug um das Pferd geschmeidig, die Hinterhand aktiv und tragend und die großen Gelenke der Hinterhand biegsam zu machen.

 Muß ich da mit einem Lusitano erscheinen?

Sie können, jedoch sind Pferde aller Rassen und Altersklassen willkommen und „geeignet“. Egal ob untrainiert, erfahren oder mit problematischen Hintergrund. Alle können nach der Akademischen Reitkunst geschult werden.

Die Dressur ist für das Pferd da und nicht das Pferd für die Dressur
Wer schon einmal einen Haflinger aus der Schulparade versammelt angaloppieren gesehen hat, eine unscheinbares Vollblut in Piaffe-Galopp Übergängen erlebt hat oder einen Araber, dem wegen Senkrücken Unreitbarkeit bescheinigt wurde, an der Hand fliegende Wechsel in Serie springen sieht, wird die Bedeutung dieser Aussage verstehen.
Die Akademische Reitkunst ist nicht für diejenigen, die Dressurreiten wollen. Es ist für alle, die wissen wollen, warum und wie das Pferd stark und gesund bis ins hohe Alter erhalten werden kann. Die alten Meister sahen Reiten als eine Form von Kunst, einer Kunst die Pferd und Mensch eine Lebensaufgabe boten die mit Hingabe ausgeübt werden konnte bis ins hohe Alter und beiden die Lebensqualität steigert. Das akademische Reiten beinhaltet die Lektionen der Hohen Schule bis zu den Lektionen über der Erde. Das Ziel war das für das Pferd-Reiter-Paar höchstmögliche Level zu erreichen ohne die Regeln der Natur zu missachten.

Der Reitkunst und der Philosophie ist eins gemeinsam –
der Wunsch der Wahrheit zu begegnen …..
(Xenophon 430 bis 345 v. Chr. )

Die Intention der alten Meister wird von den akademischen Reitern der heutigen Zeit weitergetragen und diese Reiter möchten die historische Reitkunst wieder zum Leben erwecken.

Wissen

Theorie ist die wichtigste Notwendigkeit zur Erlangung der Perfektion in der akademischen Reitkunst.

Gewalt beginnt wo das Wissen endet

Daher ist es unerlässlich eine präzise Vorstellung davon zu haben, welchen Ablauf die Bewegung hat, die das Pferd ausführen soll, in welcher Haltung das Pferd in der Lage ist, diese ausführen zu können, in welchen Moment der Fußfolge man es dazu auffordern kann und mit welchen Hilfen, so dass es versteht. Ebenso muss man über die Schwierigkeiten, die dabei auftreten können, ausgiebig informiert sein. Dies setzt Kenntnisse der Anatomie, Biomechanik, Psychologie und Pädagogik voraus. Nur dann können wir die Reitkunst vervollkommnen anstatt der Natur des Pferdes entgegenzuwirken.

In der Akademischen Reitkunst wird das Pferd in Übereinstimmung mit seinen Möglichkeiten und Talenten ausgebildet bezüglich seines Körpers und Verstandes. Für beide Aspekte gilt, dass das Pferd von der Arbeit mit dem gleichen guten Willen entlassen werden sollte wie es begonnen hat.

Arbeiten an sich selbst

Aufgrund der logisch aufgebauten Übungen trainiert der Reiter beide, sich selbst und das Pferd zu dem Level das für beide ungezwungen angemessen und geeignet ist.
Um dies zu erreichen wird der Reiter/Ausbilder sich stets das nötige Wissen aneignen, seinen Körper und Selbstwahrnehmung schulen, Geduld und Ausdauer beweisen, Konsequenz und pädagogisches Geschick entwickeln müssen und nicht zuletzt immer wieder mit seinen eigenen physischen und psychischen Grenzen konfrontiert werden.

Das Pferd wird gesund erhalten und soll so in der Lage sein bis ins hohe Alter Reitpferd zu sein. Pferd und Reiter werden Partner, die in Harmonie zusammenarbeiten. Das höchste Ziel ist das Erreichen der perfekten Harmonie, in der Pferd und Reiter eins werden.

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